Expertenchat August

Thema: Positive Psychologie "Was ist Glück und wie kann ich es fördern?" (Montag, 10. August 2020, 20:30 Uhr - 22:00 Uhr)

 

Was macht ein erfülltes Leben aus? Wie können wir gute Beziehungen führen? Wie kann ...

 

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… ich mich aktiv um mein persönliches Glück und Wohlergehen kümmern? Das alles sind Fragen, mit denen sich die Posi­tive Psy­cho­lo­gie beschäf­tigt. Sie möchte dazu beitragen, dass Menschen ihre Ressourcen und Stärken erkennen und sie für ein selbstverantwortliches Leben nutzen. Damit richtet sich die Positive Psychologie ausdrücklich nicht nur an Menschen mit psychischen Problemen, sondern an alle Menschen. Unsere Expertin ist Dipl.-Psych. Anja Benesch (Psychologische Psychotherapeutin, Resilienztherapeutin mit Zusatzqualifikation Stressbewältigung laut § 20 SGB V (Primärprävention) sowie Lehrerin für Achtsames Selbstmitgefühl).

Wir haben ihr vorab einige Fragen gestellt:

Entsteht Glück im Außen oder kommt es von innen? Und: Ist Glück lernbar?

Viele Experten halten Glück tatsächlich für trainierbar, und die Ergebnisse der aktuelle Forschung in der Positiven Psychologie liefern Belege dafür. In Bhutan wird Glück bereits seit einiger Zeit an Schulen mit entsprechenden Übungen unterrichtet, um das sogn. „Bruttosozialglück“ zu steigern. Ob man Glück empfindet, hängt vom eigenen Handeln und den Gedanken ab, die man hegt. Wenn ich beispielsweise voller Dankbarkeit an jemanden denke und diese Dankbarkeit schließlich auch mit einer kleinen Geste zum Ausdruck bringe, dann ist es möglich, dass ich eine freundliche Reaktion darauf erlebe, was bei mir selber dann zu einem Glücksempfinden führt. Es gibt somit also einen Zusammenhang zwischen Gedanken im Inneren, Handlungen im Außen, und dem Empfinden von Glück.

Gibt es sowas wie allgemeingültige Kriterien für ein glückliches Leben? 

Aus der Glücksforschung wissen wir, dass Glück ein sehr individuelles Empfinden ist, dass aus unzähligen kleinen Momenten besteht. Als Mensch kann man sich fragen, ob man gerade jetzt in diesem Moment glücklich ist, und woran man das erkennt, also misst oder fest macht. Der Forschungsbereich der Positiven Psychologie hat festgestellt, dass Menschen, die Wert auf Vergnügen und Spaß, Engagement und Aktivität sowie persönliche Sinnfindung legen, viel Zufriedenheit spüren. Was das im Einzelfall für den Menschen bedeutet, ist dabei sehr unterschiedlich.

Ist Positive Psychologie das Gleiche wie positives Denken?

Nein. Positives Denken bedeutet in der Praxis oft, negative Gedanken beiseite zu schieben und sich positive Gedanken herbeizuholen (z.B. in Form von gedanklichen Affirmationen oder auch als Vorstellungs- oder Imaginationsbilder) und uns diese dann so lange selber vorzusagen oder vor Augen zu halten, bis wir sie glauben. In der Positiven Psychologie hingegen stellt Positivität einen Gegenstand der Forschung dar, und deren Ergebnisse besagen, dass wir unser Augenmerk darauf legen sollten, was alles Positives, Gutes und Schönes um uns herum und in unserer Erfahrung vorhanden ist. Der Grundgedanke dahinter ist, dass Positives neben dem Negativen (und damit auch den negativen Gedanken) besteht, und es uns hilft, uns Positives bewusst zu machen, indem wir gezielt die Aufmerksamkeit darauf richten. Indem wir darüber nachdenken, was alles Gutes in unserem Leben geschehen ist und als Erfahrung existiert, entwickeln wir auch Dankbarkeit dafür. 

Der BKK VDN-Expertenchat zum Thema "Positive Psychologie" am Montag, 10. August 2020, 20:30 bis 22:00 Uhr.

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