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Versicherungsschutz für Arbeitnehmer

Wir möchten Ihnen nachfolgend häufig gestellte Fragen zum Versicherungsschutz in der Kranken- und Pflegeversicherung eines Arbeitnehmers beantworten.


Bin ich als Arbeitnehmer pflicht- oder freiwillig versichert?

Als angestellter Berufstätige(r) mit einem monatlichen Arbeitseinkommen von mehr als 450 Euro sind Sie grundsätzlich krankenversicherungspflichtig. Das heißt, dass Sie sich in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern müssen. Überschreitet Ihr regelmäßiges Arbeitsentgelt die sogenannte Versicherungspflichtgrenze von jährlich 57.600 Euro (monatlich 4.800,00 Euro), unterliegen Sie nicht der Versicherungspflicht und werden als freiwillig Versicherte(r) eingestuft.


Aus welchen Einkünften werden meine Beiträge berechnet?

Die Beiträge zur Krankenversicherung berechnen sich grundsätzlich aus dem Bruttoarbeitsentgelt Ihrer Beschäftigung. Hier gilt allerdings eine Obergrenze (Beitragsbemessungsgrenze) von monatlich 4.350,00. Das bedeutet, dass die Beiträge maximal von diesem Grenzbetrag entrichtet werden, auch wenn Sie einen höheren Verdienst erzielen.


Welcher Beitragssatz gilt für mich?

Für Beschäftigte, die bei Arbeitsunfähigkeit einen Anspruch auf Krankengeld haben, gilt der Beitragssatz von 15,9 %. Manche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf Krankengeld, z. B. Rentner, die nebenbei noch als Beschäftigte arbeiten. Für diese Personengruppen gilt der ermäßigte Beitragssatz von 15,3 %.


Wer trägt die Beiträge?

In der Krankenversicherung zahlen Sie bei einem Beitragssatz von 15,9 % einen Beitragsanteil von 8,6 % und Ihr Arbeitgeber einen Beitragsanteil von 7,3 %. Gilt für Sie der ermäßigte Beitragssatz von 15,3 %, dann zahlen Sie einen Beitragsanteil von 8,3 % und Ihr Arbeitgeber einen Anteil von 7 %.

Arbeitsentgelt

davon beitragspflichtig

Gesamtbeitrag 15,9 %

Arbeitnehmer-anteil 8,6 %

Arbeitgeber-anteil 7,3 %

1.000,00

1.000,00

159,00

86,00

73,00

1.500,00

1.500,00

238,50

129,00

109,50

2.000,00

2.000,00

318,00

172,00

146,00

2.500,00

2.500,00

397,50

215,00

182,50

3.000,00

3.000,00

477,00

258,00

219,00

3.500,00

3.500,00

556,50

301,00

255,50

4.000,00

4.000,00

636,00

344,00

292,00

4.500,00

*4.350,00

691,65

374,10

317,55

5.000,00

*4.350,00

691,65

374,10

317,55

*Beitragsbemessungsgrenze. Aus dem Arbeitsentgelt, welches die Grenze überschreitet werden keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt.

Wie werden die Beiträge entrichtet?

Bei pflichtversicherten Arbeitnehmern übernimmt diese Aufgabe der Arbeitgeber. Er behält den Beitrag vom Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers ein und führt ihn an die zuständige Krankenkasse ab. In der Regel erfolgt diese Art der Beitragsabführung auch bei freiwillig versicherten Beschäftigten. Hier gibt es aber auch die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber seinen Beitragsanteil zur Krankenversicherung mit dem Gehalt an den Arbeitnehmer auszahlt. In diesem Fall entrichtet der Arbeitnehmer selbst die Beiträge an seine Krankenkasse.

Besondere Personengruppen:

Beträgt Ihr Arbeitsentgelt 450 Euro oder weniger, handelt es sich um eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) und Sie sind grundsätzlich nicht versicherungspflichtig in der Kranken- und Pflegeversicherung. Liegt Ihr Arbeitsentgelt zwischen 450,01 Euro und 850 Euro, wird Ihr Beitragsanteil anhand einer Niedriglohnformel berechnet, der sogenannten Gleitzonenformel. Hier zahlen Sie nicht aus dem tatsächlichen Arbeitsentgelt Ihren Beitrag, dieser wird aus einem geringeren Betrag berechnet. Der Arbeitgeber hingegen trägt seinen Beitrag aus Ihrem tatsächlichen Arbeitsentgelt.
Sind Sie zu Ihrer Berufsausbildung beschäftigt, dann zahlen Sie in der Regel den Beitragssatz von 15,9 %  von Ihrem tatsächlichen Verdienst. Beträgt Ihre Ausbildungsvergütung allerdings 325 Euro oder weniger, trägt der Arbeitgeber die Beiträge allein.


Pflegeversicherung

Wer krankenversichert ist, ist gleichzeitig auch Mitglied der Pflegeversicherung. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung beträgt 2,55 %. Die Beiträge werden grundsätzlich je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen.
Arbeitnehmer, die das 23. Lebensjahr vollendet haben und kinderlos sind, zahlen einen Beitragszuschlag von 0,25 %. Dieser ist vom Beschäftigten allein zu tragen.

Ausnahme: Liegt der Beschäftigungsort des Arbeitnehmers im Bundesland Sachsen, trägt der Arbeitgeber die Beiträge zur Pflegeversicherung nicht zur Hälfte mit. Der Arbeitgeber übernimmt 0,775 %, der Arbeitnehmer zahlt 1,775 % des Beitrags zur Pflegeversicherung. Kinderlose ab Vollendung des 23. Lebensjahres tragen auch hier noch einen Beitragszuschlag von 0,25 % allein.



 

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